9 Anfängerfehler bei der Krisenvorsorge

In welcher Krisensituation du dich gerade auch befindest: Nehme dir die Zeit, diese Liste durchzugehen und wenn du einen Bereich entdeckest, in dem du nachlässig bist, betrachte die Vergangenheit als Erfahrung und tu es mir gleich – nehme Anpassungen vor und blicke nach vorn.

1. An der Inventur der Lebensmittelvorräte scheitern

Ich lagere schon so lange Nahrung, dass ich mich nicht mehr auf mein Gedächtnis allein verlassen kann, wenn es darum geht, was ich schon habe und was ich noch benötige. Dies ist mein größtes Verfehlen, an dem ich auf zwei Wegen arbeiten will. Zunächst werde ich über alles, was ich kaufe, alsbald Buch führen. Ich nenne es meinen Vorwärtsgang-Plan. Je nachdem, wie viel Zeit ich habe, werde ich methodisch alles andere inventarisieren.

Weinflaschen und Einweckgläser in einem Regal

Der Schlüssel liegt natürlich darin, das Alte nicht mit dem Neuen zu vermischen. Es kann natürlich passieren, dass ich am Ende einige Dopplungen habe, doch das ist immer noch besser, als so überfahren zu sein, dass man gar nichts tut. Ihr Plan mag sich von meinem unterscheiden, je nach Dynamik von Platz und Zeit. Was ich Ihnen aber verraten kann, ist, dass Sie die Inventur vor allem als Vorbereiter-Anfänger nicht schleifen lassen sollten. Führen Sie von Anfang an Protokoll über Ihren Besitz und Sie werden sich eine Menge Ärger sparen.

2. Krisenvorsorge für wahrscheinliche Szenarien

Die meisten, wenn nicht alle Städte, Bundesstaaten und Landesregierungen verfügen über Katastrophenmanagement-Webseiten, die Sie darüber aufklären, welche Katastrophen in Ihrer Gegend am wahrscheinlichsten sind. Verknüpfen Sie dies mit einer Begutachtung Ihres Standorts. Leben Sie in einer Stadt, in der Gangs, Banden oder terroristische Angriffe häufig sind? Leben Sie in einer abgeschiedenen Region, in der das Versagen von Fortbewegungsmitteln oder Benzinmangel Sie vom Rest der Welt abtrennen könnten? Zwingt Sie Ihre Berufssituation dazu, Geldreserven anzulegen für den Fall, dass Sie Ihren Job verlieren?

Es steht fest, dass Sie zunächst einige Entscheidungen darüber treffen müssen, wie Sie Ihr Vorbereiter-Budget bestmöglich nutzen. Vergessen Sie nie, dass Nahrung, Wasser und Erste Hilfe-Vorräte die oberste Priorität haben sollten. In der Folge sollten Sie die wahrscheinlichsten Risiken abschätzen und sich entsprechend vorbereiten. Ein guter Anhaltspunkt ist „12 Monate Vorbereiter – das erste Jahr“, eine Zusammenfassung der monatlichen Vorräte, Fähigkeiten und Arbeitsschritte, die Sie auf den richtigen Weg der Notfallbereitschaft führen.

3. Zu viel Flucht – Zu wenig Festung

Ich bin mir bewusst, dass nicht nur ich selbst, sondern auch die Mehrheit der Vorbereiter-Leser den Bug-In der Vorstellung vorziehen, mit seinen Habseligkeiten ins Ungewisse aufzubrechen. Für Viele hat das familiäre, gesundheitliche oder finanzielle Gründe. Auch das Vorhandensein von Vorräten lässt den Bug-In – oder das Zuhause-Verweilen – als die beste Option erscheinen, wenn es zu einer Katastrophe kommt.

Unterm Strich sollten Sie sich zuallererst um Ihren Bug-In-Plan kümmern. Stellen Sie sicher, dass Outdoor-Kochgelegenheiten vorhanden sind (vielleicht haben Sie schon einen Kohlegrill?), zusätzliche Lichtquellen sowie ein Wasservorrat und ein mobiler Stromgenerator. Danach können Sie sich um Ihre Grundausrüstung für den Bug-Out kümmern.

4. Evakuierungszeitpunkt in der anbahnenden Krise verpassen.

Spätestens wenn ein Jahrhundertsturm sich den Weg zu Ihnen bahnt, wissen Sie, dass es Zeit für die Evakuierung ist. Beladen Sie Ihr Fahrzeug und machen Sie sich aus dem Staub. Auch wenn Sie das Gefühl haben mögen, es wäre eine bessere Idee, zuhause zu bleiben: entfernen Sie sich von den Gefahren, wenn Fachmänner Sie dazu aufrufen – und auch, wenn diese das nicht tun. Seien Sie schnell, sodass Sie Ihr Fahrzeug noch mit Vorräten beladen und den Tank auffüllen können.

Vor Ort zu verweilen bei einer 50 prozentigen Katastrophenwahrscheinlichkeit (Hurricane, Flut, Erdbeben, Tsunami, Waldbrände) ist schlicht dämlich. Erinnern Sie sich an Fehler Nr. 2 dieser Auflistung, dem Fehler, Risiken richtig einzuschätzen? Ein Teil Ihrer Planung sollte sich dem richtigen Zeitpunkt für Evakuierungen widmen; außerdem sollten Sie sich über Evakuierungsplätze informieren und die beste Route dortin notieren. Noch besser wäre es, wenn Sie auch gleich eine Alternativroute niederschreiben würden.

5. Ungeübt mit der Survival-Asurüstung

Holen Sie Ihre Ausrüstung zwei, drei Mal im Jahr hervor und prüfen Sie sie auf Herz und Nieren. Es geht nicht nur darum, sie richtig nutzen zu können, sondern Sie müssen auch den guten Zustand Ihrer Ausrüstung sicherstellen. Klingen müssen scharf, Batterien geladen und Ihre Fertigkeiten auf dem aktuellsten Stand sein.

6. Die Unterschätzung der Gefahr, die von Mitmenschen ausgeht

In einer perfekten Welt würden wir alle problemlos miteinander auskommen, ohne uns je Gedanken über andere machen zu müssen oder ihnen gar zu schaden. Leider Gottes war dies nie der Fall. Schon zu biblischen Zeiten standen sich Menschen in Konkurrenz gegenüber. Auch heute gibt es noch Kämpfer, Heere, Soldaten, Diktatoren, Feinde und Gegner.

Man kann es gut an den jüngsten Massenschießereien beobachten: geistige Erkrankungen und Drogen führen Menschen auf Abwege. Bezieht man die Unsicherheit und das Chaos, die von einer unstetigen Gesellschaft ausgehen, mit ein, wird die Gefahr, die von Mitmenschen ausgeht, zu einem ernsthaften Grund zur Sorge.

Unabhängig davon, ob Sie ein Verfechter oder Gegner von Schusswaffen sind, müssen Sie eine Möglichkeit finden, sich selbst, Ihre Familie und Ihren Besitz zu verteidigen. Ziehen Sie Pfeffersprays, Kampfkunst und andere Verteidigungsmechanismen zusätzlich in Betracht. Es wäre töricht zu glauben, dass Mittel der Verteidigung unnötig wären, weil „keiner Sie holen kommt“. Verzweifelte Menschen sind gefährlich. Und der Mangel an Nahrung, Wasser und Vorräten kann aus einfachen Menschen in Sekundenschnelle verzweifelte Menschen machen.

7. Komplizierte Notfall-Ausrüstung

Dinge zu kaufen ist leicht. Man muss lediglich Geld sparen, die richtige Ware aussuchen und sie im Outdoor-Fachhandel oder auf Amazon kaufen. Es ist eine ganz andere Sache, die Fähigkeiten zu erwerben (oder vorhandene zu trainieren), die man für den Kauf braucht. Dies erfordert Zeit, Geduld und ein wenig Übung. Wissen Sie, wie man ohne Streichhölzer oder Feuerzeug ein Feuer entzündet? Wissen Sie, wie Sie von den Vorzügen der Natur Gebrauch machen können – indem Sie fischen oder jagen gehen? Wie sieht es mit dem Anbau von Nahrung aus, könnten Sie das schaffen?

Die Fähigkeiten zu entwickeln, die nötig sind, um sich selbst zu versorgen, ist genauso wichtig wie einen Schrank gefüllt mit der besten Ausrüstung zu haben, die auf dem Markt ist.

8. Fehlende Kenntnisse in der Krisenvorsorge

Sechs Feinde gibt es in Sachen Nahrungsaufbewahrung zu beachten: Temperatur, Feuchtigkeit, Sauerstoff, Licht, Schädlinge und Zeit.

Na gut, manche mögen einen siebten Feind indentifizieren: der Zweibeiner, der den leckeren Teilen (z.B. einer Dose Brownie-Backmischung) nachgibt und sie verspeist, ohne jemandem davon zu erzählen.

Mal im Ernst: Nahrung auf Dauer zu lagern – also fünf Jahre lang oder länger – erfordert wirklich Nachsicht. Frischen Sie Ihre Kenntnisse über Nahrungslagerung auf und verschreiben Sie sich einem Rotationsprogramm. Sie müssen nicht unbedingt Nahrungsvorräte für zehn Jahre anlegen. Doch die Vorräte, die sie anlegen – seien es auch nur solche für ein Jahr oder zwei – sollten nach bestem Wissen und Gewissen geschützt werden.

Abgesehen von dem Problem mit Schädlingen bleibt die meiste Nahrung essbar, auch wenn sie nicht unter Optimalbedingungen bei Idealtemperaturen und in einer feuchtigkeits- und sauerstoffarmen Umgebung aufbewahrt wird. Doch was spricht dagegen, gute Lagermethoden zu erlernen, um den bestmöglichen Geschmack und die bestmögliche Versorgung mit Nährstoffen sicherzustellen?

Die folgende Auswahl an Artikeln zum Thema Backdoor-Überleben hilft Ihnen dabei; im Internet, u.a. auf YouTube, werden Sie viele weitere Informationen zum Thema finden. Ein paar Stunden Zeit sind alles, was Sie investieren müssen, um zum Experten für Nahrungsvorrat zu werden.

  • Nahrunsvorrat und Bohnen: der Einsatz von Polyesterfolien und Vakuumierungsmaschinen
  • Nahrungsvorrat Teil I: Eine Einführung in Sauerstoffpuffer
  • Nahrungsvorrat Teil II: Dem Mythos von Polyesterfolien auf der Spur
  • Nahrungsvorrat Teil III: Nahrungscontainer, Deckel und Sicherheitsverschlüsse
  • Fehler und Irrtümer der Nahrungsaufbewahrung

9. Krisenvorsorge-Gruppen und Gemeinschaften unterschätzen

Als ich als Vorbereiter anfing, erzählte ich nicht jedem von meinem kleinen neuen „Hobby“. Sie wissen schon, wegen der OPSEC und so weiter. Aber nach einem Jahr realisierte ich, dass ich nicht alles alleine machen kann. Es gab Dinge, die ich nicht alleine erledigen konnte, also brauchte ich Hilfe. Voller Erwartung tastete ich mein Umfeld ab und fand schließlich ein paar Gleichgesinnte, was mich sehr überrascht hat. Ich stellte fest, dass ich über Fähigkeiten und Wissen verfüge, dass sie nicht haben.

Wir ergänzten den gegenseitigen Austausch von Wissen und Fertigkeiten mit ein paar informellen Vereinbarungen, uns zusammenzuschließen, falls es notwendig sein sollte, zu einer bestimmten Zeit unter uns zu sein. Darunter fassten wir einen Zusammenschluss für Schutzräume, Nahrung und Verteidigung.

Wie wichtig es ist, eine Gruppe Gleichgesinnter um sich herum zu haben, wurde mir vor allem bewusst, als ich R.P. Ruggieros „Brushfire Plague“ las und von anderen Überlebensgeschichten hörte. Es ist Ihnen überlassen, wie Sie Ihre Kontakte ausbauen möchten, doch lassen Sie sich gesagt sein, dass in Überlebenskämpfen Eins plus Eins immer mehr ergibt als Zwei.

Fazit

Ich bin sehr froh darüber, wie weit ich heute als Vorbereiter gekommen bin. Fernab von einem Spleen, ist das Vorbereiten vielmehr zu einem Teil von mir geworden. Es ist die eine Sache, die ich tue – Hobby und Leidenschaft zugleich.

Es steht außer Frage, dass ich auf meiner Reise einige Fehler gemacht habe und viele davon habe ich hier aufgelistet. Es werden weitere Fehler hinzukommen, doch das ist absolut in Ordnung, denn sie bieten mir die Gelegenheit, aus ihnen zu lernen und zu wachsen. Denn darum geht es ja am Ende: zu wachsen, Gelegenheiten zu nutzen und sich um seine körperliche, geistige und selische Unversehrtheit zu kümmern. Das ist für mich der Kern des Vorbereitens. Mit all den Fehlern.

 

Mit Facebook kommentieren

2 Comments

  • Anonymous

    Reply Reply 9. Januar 2017

    Ziemlich verrueckter Beitrag, den Sie da gepostet haben. Wissen Sie bereits, wie man das Problem loesen kann?

  • Jaybee

    Reply Reply 9. Juni 2017

    Entspann dich mal ! Erfahrungsgemäss kommt es anders als man denkt. Vorbereitung gut und schön, es aber zum Lebensinhalt zu machen…? Da ist man bestimmt. enttäuscht, wenn es nicht zur Kriese kommt !
    Nei, im Ernst : Auch ich halte Vorräte, allein, dass immer was da ist.

Leave A Response

* Denotes Required Field