Gummigeschoss Waffen zur Selbstverteidigung in Deutschland

Eine steigende Kriminalitätsrate, Gewalt auf den Straßen und nicht zuletzt die überhand nehmenden Wohnungseinbrüche lassen immer mehr Menschen über ihren Selbst- und Heimschutz nachdenken. Waffen sind dabei natürlich ein großes Thema. Nicht umsonst sind die Anträge auf den sogenannten kleinen Waffenschein in den letzten Jahren förmlich explodiert. Die wollen sich einfach sicher fühlen und im Fall der Fälle auch verteidigen können. Immer wieder werden in diesem Zusammenhang auch Gummigeschoss Waffen (RAM WAFFEN) thematisiert. Grund genug, sich diese Waffenart einmal etwas näher anzusehen und sich intensiv mit ihr zu beschäftigen. Die große Frage dabei: Taugt sie zur Selbstverteidigung?

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Was genau sind eigentlich Gummigeschoss Waffen?

Die Antwort auf diese Frage ist eigentlich ganz einfach: Es handelt sich um Waffen, mit denen ein Gummigeschoss verschossen wird. Eine besondere Variante stellen dabei die RAM Waffen dar. RAM steht für Real Action Marker. Bei ihnen dient eine mit Farbe gefüllte Plastikkugel als Geschoss. Beim Auftreffen auf ein Ziel explodiert die Kugel und setzt die Farbe frei. Im Gegensatz zu den bekannten Paintball Waffen ist bei RAM Waffen der Eindruck in jeglicher Hinsicht realistischer. So ähneln sie beispielsweise zum Teil bis hin zu Kleinigkeiten richtigen Schusswaffen, die Munition verschießen.

Hier ein Werbevideo des bekanntesten RAM Waffen Herstellers SALT (Englisch)

Es versteht sich beinahe von selbst, dass derartige Waffen nicht dazu gedacht sind, einen Menschen zu töten. Setzt man sie zur Selbstverteidigung oder zum Heimschutz ein, geht es vielmehr darum, einen Angreifer oder Eindringling entweder unschädlich zu machen oder ihn zu verschrecken. Gänzlich ungefährlich sind diese Waffen freilich dennoch nicht. Ein Schuss kann im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen und schwere Verletzungen verursachen. Auch Todesfälle sind zwischenzeitlich bekannt. Sie können zum Beispiel dann vorkommen, wenn etwa die Luftröhre eines Menschen getroffen wird. Der Einsatz von Gummigeschossen durch die Polizei ist nicht zuletzt deshalb auch sehr umstritten. Positiv bei RAM Waffen ist sicherlich, dass ein möglicher Täter mit Farbe markiert wird und so leichter gefunden werden kann.

Wie funktionieren Waffen mit einem Gummigeschoss?

Damit ein Geschoss aus einer Waffe abgefeuert werden kann, braucht es Energie, die in Bewegungsenergie umgewandelt wird. Dies gilt grundsätzlich für jede Art von Schusswaffe – und zwar unabhängig davon, ob es sich dabei um eine Handfeuerwaffe oder ein Gewehr handelt. Bei Waffen, die ein Gummigeschoss abfeuern, kommt diese Energie entweder von stark komprimierten Kohlendioxid oder von Pressluft. Beim Feuern entlädt sich also großer Druck, der das Geschoss antreibt. In den Waffen befinden sich daher zumeist Kartuschen, in denen das unter Druck stehende Gas bzw. die Pressluft gespeichert werden können. Diese Kartuschen müssen regelmäßig gewechselt werden. Man könnte sagen, dass es sich bei diesen Waffen um spezielle, weiterentwickelte Luftdruckwaffen handelt, wie man sie etwa von der Luftpistole oder dem Luftgewehr aus dem Schützenverein her kennt. Die Energie, mit der ein Geschoss, das aus so einer Gummigeschosswaffe abgefeuert wird, auf einem Ziel auftrifft kann dabei beachtlich sein. Ja nach Bauart der Waffe und der Größe des Geschosses reicht sie von nur wenigen Joule bis hin zu 100 Joule. Mitunter wurden auch schon Werte um die 200 Joule erreicht.

Welche Arten von Gummigeschossen gibt es?

Das zentrale Element derartiger Waffen ist das Geschoss. Grundsätzlich lassen sich dabei drei Arten von Geschossen unterscheiden:

  • tatsächliche Gummigeschosse
  • Pepperballs
  • Real Action Marker

Nehmen wir die einzelnen Geschossarten mal etwas genauer unter die Lupe. Gummigeschossen bestehen, wie es der Name bereits andeutet, in der Regel aus hartem Gummi. Alternativ können sie auch aus einem Kunststoff gefertigt sein. Es gibt sie in einer Vielzahl unterschiedlicher Größen (Kaliber). Darüber hinaus kann sich die Masse erheblich unterscheiden. Diese schwankt je nach Ausführung zwischen 0,2 Gramm bis hin zu mehr als 100 Gramm für besonders große Gummigeschosse. Typischerweise werden Gummigeschosse von der Polizei verwendet. Sie dienen insbesondere bei Demonstrationen und Straßenschlachten dazu, Randalierer und Gewalttäter unschädlich zu machen bzw. außer Gefecht zu setzen. Es geht also im weitesten Sinne um Gefahrenabwehr. Im privaten Bereich und zum Heimschutz kommen Gummigeschosse normalerweise nicht zur Anwendung.

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Bei den sogenannten Pepperballs handelt es sich um Geschosse aus Kunststoff, der eine Ladung Pfefferstaub umschließt. Beim Auftreffen auf ein Ziel platzt die Kapsel und setzt den Pfefferstaub frei. Die Folge ist eine Reizung der Schleimhäute und der Atemwege beim Menschen. Die Getroffenen werden dadurch in der Regel umgehend außer Gefecht gesetzt und brauchen eine gewisse Zeit, um sich wieder zu erholen. Die Wirkungsweise ist demnach ähnlich wie beim klassischen Pfefferspray. Während dieser jedoch nur auf eine sehr kurze Distanz funktioniert, können Pepperballs auch von einer größeren Entfernung aus zielgenau verschossen werden. Nicht umsonst benutzt man dazu im Regelfall ein spezielles Gewehr.

Die Real Action Marker schließlich sind wie bereits erwähnt Farbkapseln, die mit einer GUMMIGESCHOSS WAFFEN verschossen werden. Beim Auftreffen zerplatzt die Hülle, die enthaltene Farbe wird großflächig frei gesetzt. Das kann durchaus abschreckende Wirkung haben, da mit dem Aufprall der Kapsel oft auch ein gewisser Schockeffekt einhergeht. RAM-Geschosse werden dennoch in erster Linie für Freizeit- und Sportaktivitäten verwendet.

Eignen sich GUMMIGESCHOSS WAFFEN zum Selbst- und Heimschutz?

Auf diese Frage gibt es leider keine eindeutige Antwort. Grundsätzlich gilt sicherlich, dass derartige Waffen auf jeden Fall eine abschreckende Wirkung haben können. Um einen möglichen Angreifer tatsächlich außer Gefecht setzen zu können, braucht es allerdings eine sehr hohe Energieleistung, mit der das Geschoss abgefeuert wird. Derartige Waffen sind in Deutschland allerdings für Privatpersonen verboten. Inwieweit sich mit RAMs tatsächlich Heimschutz betreiben lässt, muss jeder selbst entscheiden. Und statt Pepperballs sollte man lieber Pfefferspray verwenden. Der ist nämlich deutlich unkomplizierter und auch leichter zu bekommen. Kurzum: Für den Selbst- und Heimschutz gibt es sicherlich effektivere Mittel als GUMMIGESCHOSS WAFFEN.

Was muss man bei der Benutzung von GUMMIGESCHOSS WAFFEN beachten?

Zunächst einmal sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man mit einer Waffe hantiert. Auch wenn es sich dabei nicht um eine herkömmliche, scharfe Schusswaffe handelt, kann sie dennoch großen Schaden anrichten und zu schweren Verletzungen führen. Das gilt übrigens auch für RAMs. Man sollte deshalb sehr genau darauf achten, wohin man zielt und nicht leichtfertig mit der Waffe umgehen. Darüber hinaus kann es je nach Modell und Ausführung zu einem gewissen Rückschlag beim Abfeuern kommen. Ein guter, sicherer Stand ist deshalb mehr als sinnvoll. Zu guter Letzt sollte man immer auch bedenken, dass es sich bei GUMMIGESCHOSS WAFFEN nicht um Spielzeuge handelt. Auch wenn sie im Rahmen von Freizeitaktivitäten verwendet werden, brauchen sie Verantwortungsgefühl.

Ist der Besitz und/oder das Führen von GUMMIGESCHOSS WAFFEN in Deutschland erlaubt?

Grundsätzlich sind Gummigeschosswaffen in Deutschland erlaubt und auch legal. Es kommt dabei allerdings wie so oft auf die Details an. GUMMIGESCHOSS WAFFEN werden vom Gesetzgeber als sogenannter Kohlendioxidwaffen eingestuft. Nach dem Waffengesetz können derartige Waffen ohne gesonderte Erlaubnis frei erworben und besessen werden, wenn der Käufer mindestens 18 Jahre alt ist, ihre Leistung weniger als 7,5 Joule beträgt und sie mit einem F-Zeichen versehen sind. Waffen mit einer Energieleistung von mehr als 7,5 Joule sind hingegen erlaubnispflichtig. Das bedeutet, dass derjenige, der eine solche Waffe kaufen und besitzen möchte, eine Waffenbesitzkarte (WBK) benötigt.

Der Kauf und der Besitz einer GUMMIGESCHOSS WAFFEN ist freilich nur ein Aspekt. Beim Führen der Waffe und dem Schießen sieht es noch einmal etwas anderes aus. Kohlendioxidwaffen dürfen nämlich unabhängig von ihrer Energieleistung ohne Waffenbesitzkarte nicht in der Öffentlichkeit geführt werden. Eine Ausnahme davon besteht lediglich, wenn die Waffe transportiert wird und dabei weder griff- noch schussbereit ist. Darüber hinaus gilt, dass jedes Schießen außerhalb einer dafür ausgewiesenen Schießstätte (Schützenverein) erlaubnispflichtig ist – es sei denn, es findet nur innerhalb des eigenen Grundstücks statt.

 

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