Ein kurzer Einblick in die Grundlagen der effektiven Selbstverteidigung für jeden.

Einige Techniken beschäftigen sich mit dem Einsatz von Selbstverteidigungswaffen wie Pfefferspray oder Kubotan. Diese Einführung wurde erstellt für www.vorbereiter.com Die Seite für Selbstverteidigung und Krisenvorsorge.

Vorwort

Wenn es hart auf hart kommt und Sie sich selbst verteidigen müssen, dann müssen Sie bereit sein – und vor allem willens, sich aktiv zu verteidigen und im Notfall auch jemanden zu verletzen. Damit ist nicht in erster Linie gemeint, dass Sie Ihre(n) Angreifer primär verletzen oder körperlichen Schaden zufügen sollen, sondern dass Sie vor allen Dingen schnell wegkommen und fliehen können. Möglichst schnell wieder in Sicherheit zu sein, das hat Priorität – und selbst wenn Sie dafür Ihren Angreifer verletzen müssen. Ihre erste und einzige Sorge muss Ihnen und Ihrer Sicherheit gelten!

Die meisten Menschen, insbesondere Frauen, sind nicht besonders kampferprobt oder -erfahren. Wenn Sie Zeit Ihres Lebens noch nie in einem Kampf, z.B. einem Faust- oder Boxkampf, involviert waren, machen Sie sich vielleicht Sorgen, im Ernstfall dadurch jemanden ernsthaft zu verletzen. Und wenn es darauf ankommt, zögern Sie vielleicht und halten sich zurück – wenn Sie eigentlich zuschlagen und sich wehren sollten. Aber machen Sie sich eines klar: Wenn Sie jemand angreift und Sie sich verteidigen MÜSSEN, dann können und dürfen Sie sich nicht zurückhalten oder falsche Rücksicht nehmen! Sie müssen blitzschnell reagieren und aktiv werden. Raus aus der Opferrolle und sich aktiv wehren, so lautet die Devise und Ihre Überlebensstrategie!

In erster Hinsicht geht es also nicht darum, den Angreifer zu verletzen, sondern so viel Gewalt und Widerstand anzuwenden, dass Sie aus den Griffen und Fängen der Angreifer entkommen kommen. Wie auch immer der/die Angreifer Sie in Schach zu halten versuchen, Sie müssen mit jedem Mittel und aller Gewalt Ihre Kräfte mobilisieren, um dessen Griff zu lockern und den Angreifer zu vertreiben bzw. selbst zu fliehen.

Einführung in die Selbstverteidigung

Tipps  wie Sie  sich erfolgreich zur Wehr setzen

Wenn Ihr Angreifer Sie beispielsweise von hinten angeht und Ihre Arme festhält, dann haben Sie zwei starke Waffen und Verteidigungsmechanismen: erstens Ihren Kopf, je nachdem, wie groß er ist. Sie können den Angreifer damit empfindlich treffen, wenn Sie Ihren Kopf zunächst ganz nach vorne neigen, das Kinn auf die Brust, und ihn dann mit voller Kraft nach hinten stoßen. So treffen Sie den anderen mit Ihrem Hinterkopf im Gesicht, idealerweise auf die Nase, was sehr schmerzhaft ist. Machen Sie sich keine Gedanken, dass Sie Ihren Kopf verletzen – dieser ist in jedem Fall härter als das Gesicht des Angreifers.

Die zweite Waffe, die Ihnen bei einem Angriff von hinten zur Verfügung steht, sind Ihre Füße. Ziehen Sie also einen Fuß nach oben, das Knie Richtung Brust, und treten Sie dann mit voller Wucht nach hinten. Das Ziel ist es, ihn möglichst direkt an den Knien zu erwischen, da dies ein äußerst empfindlicher Punkt ist. Je härter Sie ihn dort treffen, umso größer ist auch die Chance, dass er vor Schmerzen seinen Griff lockert und zusammenbricht.

Machen Sie sich keine Sorgen über dauerhafte Schäden oder ernste Verletzungen beim Angreifer. Wichtig ist einzig und allein nur, dass Sie die Gelegenheit bekommen, zu fliehen. Also: so fest wie möglich zuschlagen und davon laufen!

Die Lage Einschätzen

Erkennen Sie,  wann Sie  sich  verteidigen sollten und wann nicht

In den meisten Fällen, wenn es um Selbstverteidigung und den Schutz des eigenen Lebens geht, denkt man, dass man sich aktiv verteidigen muss. Doch das ist nicht zwangsläufig immer so. Genauso wie sich gute Generäle darüber im Klaren sind, wann der richtige Zeitpunkt ist, um anzugreifen, und wann es eher Zeit ist, sich zurückzuziehen.

So müssen Sie, wenn es um Ihre persönliche Sicherheit und den Schutz Ihres Lebens geht, im richtigen Moment ebenfalls erkennen, wann es Zeit ist, sich zu verteidigen, oder wann Sie sich besser zurückziehen sollten. Das ist enorm wichtig, zu verstehen, denn ein (scheinbarer) Rückzug kann in manchen Augenblicken ebenso ein Teil Ihrer wirksamen Selbstverteidigung sein.

Wenn Ihre aktive Selbstverteidigung beispielsweise nichts bewirkt, dann bleibt Ihnen vielleicht nur dieser bewusste Rückzug übrig, um zu entkommen. Lassen Sie Ihren Angreifer denken, dass er Sie besiegt hat, dass Sie aufgegeben haben, zu schwach sind oder sogar bewusstlos werden. Umso überlegener fühlt sich der Angreifer und umso unvorsichtiger wird er vermutlich sein. Leisten Sie (scheinbar) keinen Widerstand, lassen Sie Ihre Muskeln und den Widerstand erschlaffen, so dass es den Anschein hat, dass Sie aufgegeben haben.

In der Regel führt das dazu, dass der Angreifer weniger auf der Hut ist und Ihnen im richtigen Moment die Möglichkeit verschafft, Ihre unerwartete Selbstverteidigung zu starten und zuzuschlagen bzw. zu fliehen.

Es gibt viele Möglichkeiten, dem Angreifer etwas vorzuspielen – sei es ein Herzinfarkt, ein Asthmaanfall oder eine beginnende Ohnmacht. Lassen Sie sich einfach schlaff zu Boden sinken und tun Sie so, als würden Sie das Bewusstsein verlieren. Wenn der Angreifer Sie berührt oder anfasst, geben Sie ihm einfach das Gefühl, dass Sie bewusstlos sind.

Wenn Sie anderen später einmal von Ihrem Erlebnis erzählen, wird niemand denken, Sie seien feige gewesen. Entscheidend ist es, intelligent zu reagieren und zu handeln – den Held brauchen Sie nicht zu spielen. Ganz im Gegenteil, jeder wird sehen, dass Sie in einer brenzligen Situation unter Druck richtig reagiert haben und somit Ihr Leben geschützt haben. Verwenden Sie im Zweifelsfall also die Taktik, die die großen Generäle immer schon angewendet haben, um dem Feind im Glauben seiner Überlegenheit zu belassen und damit Fehler zu provozieren.

Wissen und Erkennen Sie, wann es Zeit ist, sich aktiv zu verteidigen und zuzuschlagen, und wann Sie sich lieber klug zurückziehen sollten, um Ihre Chance zu nutzen.

Selbstverteidigung in der Praxis

Tipps  und  Tricks sowie spezielle Griffe und Bewegungen

Die beste Verteidigung und Reaktion auf einen Angriff ist noch immer eine gute Offensive. Die meisten Angreifer gehen davon aus, dass ihr Opfer geschockt und völlig überrumpelt ist – lassen Sie das nicht zu!

Nutzen Sie den Überraschungseffekt und seien Sie möglichst bereit, blitzschnell zu reagieren und außerplanmäßig zurückzuschlagen. Und zwar in jeder Form, die Ihnen möglich ist!

Ob Sie es glauben oder nicht: Ihre Stimme ist eine wunderbare und wichtige Waffe, um sich zu verteidigen. Fangen Sie augenblicklich an zu schreien und lautstark auf sich aufmerksam zu machen. Schreien Sie Ihren Angreifer an und versuchen Sie jeden in Sicht- und Hörweite auf sich und Ihre Notsituation aufmerksam zu machen. Und wenn es sein muss, kreischen und schreien Sie oder beschimpfen Sie Ihren Angreifer, das zeigt Stärke und Widerstand – und es ruft nicht zuletzt unter Umständen Hilfe und Unterstützung von Passanten oder Polizei.

Ein Angreifer geht davon aus, dass Sie sich wehren und zurückschlagen, um zu entkommen. Werden sie aggressiv und offensiv, machen Sie einen Schritt in Richtung des Angreifers, bedrängen Sie ihn und begeben Sie sich in eine möglichst gute Position, um ihn in den Unterleib zu treten oder ihn im Bereich der Kehle zu schlagen und treffen. Zielen Sie direkt und hart mit der Faust oder dem Fuß darauf, den empfindlichen Kehlkopfbereich zu treffen.

Wenn Sie von hinten gepackt werden, benutzen Sie Ihre Ellbogen, Ihre Füße und den Kopf. Treten Sie hart auf die Füße der Angreifer und rammen Sie Ihre Ellenbogen mit aller Kraft in die Rippen oder den Bauch der anderen.

Werfen Sie Ihren Kopf zurück und versuchen Sie mit Ihrem Hinterkopf Nase und Gesicht so hart wie nur möglich zu treffen. Ergreifen Sie den Arm, der Sie festhält und krallen Sie Ihre Nägel hinein, schlagen und beißen sie ihn, wenn möglich, um seinen Griff zu lockern und wegzukommen.

Falls Sie im Auto sitzen und jemand nähert sich Ihnen, müssen Sie unmittelbar wegfahren. Geben Sie Gas, auch wenn Sie dadurch ein Auto vor Ihnen touchieren oder auffahren, falls Sie nach hinten nicht wegfahren können. Hupen Sie und hören Sie nicht damit auf, bis Sie die Aufmerksamkeit von Passanten oder irgendjemandem in der Nähe auf sich gezogen haben. Machen Sie eine richtige Szene! Sie müssen unbedingt jemanden auf sich aufmerksam machen – denn das könnte Ihr Leben retten!

Bringen Sie Ihren Kindern bei, sich dadurch zu verteidigen, so schnell wie möglich davon zu laufen und so laut es geht zu schreien. Sagen sie Ihnen, dass sie – wenn sie nicht weglaufen können – schreien, beißen, kratzen, schlagen, an den Haaren und Ohren reißen, treten und alles ihnen Mögliche tun müssen, um sich von dem Angreifer zu befreien und wegrennen zu können.

Und was Sie betrifft: Machen Sie sich in Ihrem Kopf einen Plan, ein klares Bild, was Sie tun könnten, wenn Sie angegriffen werden. Malen Sie sich verschiedene Szenarien aus und überlegen Sie sich, was Sie in diesen Fällen tun können, um sich daraus zu befreien oder sich dagegen zu verteidigen. Die beste Verteidigung ist es immer, vorbereitet zu sein (so gut dies überhaupt möglich ist), falls Sie einmal angegriffen werden sollten.

Selbstverteidigung und Psychologie

Die Macht der Worte

Wenn (oder besser gesagt: bevor) es zur Selbstverteidigung kommt, muss das Hauptziel muss, gefährliche Situationen zu vermeiden. Falls Sie sich bereits in einer solchen gefährlichen Situation wiederfinden, dann muss hier das oberste Ziel sein, aus der Reichweite des Angreifers zu entkommen. Genau hier kommt die verbale Selbstverteidigung ins Spiel!

Verbale, also durch Worte artikulierte Selbstverteidigung kann auf vielen verschiedenen Wegen erfolgen. Die erste Stufe der verbalen Verteidigung ist es, andere Menschen im Umfeld darauf aufmerksam zu machen, dass Sie in Gefahr sind oder Ihnen eine Gefahr droht.

Rufen Sie Menschen in der Nähe um Hilfe! Die nächste Stufe ist, laut zu rufen, zu schreien, sich so laut wie möglich zu artikulieren, damit Sie und Ihre Situation gehört und gesehen werden! Halten Sie sich keinesfalls zurück!

Wenn das alles nichts bringt, um die Gefahr einer Situation zu verringern, oder wenn dies grundsätzlich nicht möglich ist, ist der nächste Schritt Ihrer verbalen Selbstverteidigung, mit Ihrem Angreifer zu sprechen. Und dabei bemühen Sie sich, ihn durch Worte nicht weiter zu reizen oder verbal zu attackieren, weil das unter Umständen in dieser Situation das einzige ist, was Sie vor noch größeren Gefahren bewahren kann. Stattdessen sprechen Sie ruhig zu ihm und machen ihm klar, dass Sie ein Mensch sind und keine Schwierigkeiten haben/machen möchten.

An diesem Punkt kommen einige psychologische Effekte hinzu: Finden Sie heraus, was der Angreifer will und welches Ziel sein Angriff hat. So können Sie auch schnell die richtigen Worte finden, um die Situation zu entschärfen und mit den richtigen Worten etwas gegen den Angriff unternehmen zu können.

So eine Situation ist gewiss nicht der Moment, in dem Sie Ihrem Angreifer gegenüber ehrlich sein müssen. Wenn Sie beispielsweise als

Frau angegriffen werden und merken, dass die Angreifer Sie vergewaltigen und sexuell missbrauchen wollen, sollten Sie den Männern blitzschnell klar machen, dass Sie AIDS haben bzw. HIV positiv sind oder an einer anderen sexuell übertragbaren Krankheit leiden! Sogar als Mann im Falle einer körperlichen Attacke können Sie durchaus behaupten, dass Sie HIV haben.

Wenn Sie Ihre Angreifer nicht persönlich kennen, dann können diese ohnehin nicht beurteilen, ob dies der Wahrheit entspricht, und sie müssten dann das Risiko eingehen, sich selbst einer echten Gefahr (z.B. Ansteckung mit HIV) auszusetzen, wenn sie Sie physisch verletzen.

Sie können Ihren Angreifer aber auch verbal verwirren und aus Ruhe bringen: Wenn Sie jemand in irgendeiner Weise gewaltsam festhält, dann schauen Sie plötzlich in eine Richtung hinter ihm und rufen Sie deutlich nach Hilfe, als würde dort jemand hinter dem Angreifer stehen. In den meisten Fällen wird dieser reflexartig ebenfalls in diese Richtung schauen, um sich zu schützen, was Ihnen unter Umständen die Gelegenheit gibt, sich zu lösen und zu fliehen.

Wichtige Regeln für die Selbstverteidigung bei Frauen

Es ist keine gute Idee, sich einem Straftäter hinzugeben, der beabsichtigt, Sie körperlich zu verletzten oder Sie zu missbrauchen. Das gilt vor allem für Frauen – es ist nicht abzusehen, was ein Vergewaltiger nach seiner Tat tun wird. Sich Ihrem Schicksal in der Hoffnung zu fügen, dass er Sie anschließend einfach gehen lassen wird, ist falsch und kann fatale Folgen haben!

Glauben Sie, dass ein Straftäter sein Opfer frei herumlaufen lässt und damit riskiert, dass der beste Zeuge des Verbrechens Anzeige bei der Polizei erstattet? Wohl eher nicht! Ein „kluger“ Krimineller wird alles versuchen, Spuren, die zu ihm führen, zu beseitigen. Straftäter brauchen keine Zeugen!

Gerade im Falle einer Vergewaltigung müssen Sie vom Schlimmsten ausgehen. Geben Sie nicht auf! Kämpfen Sie mit allen Mitteln und versuchen Sie es ihm so schwer wie möglich zu machen, seinen Willen zu bekommen. Sie haben keine andere Möglichkeit und Sie wissen nicht, ob er Sie danach töten würde.

Zielen Sie Richtung seiner Leistengegend, schlagen Sie auf seine Augen, seine Kehle und schieben Sie ihn mit all Ihrer Kraft von sich. Sehen Sie sich schnell um und nehmen Sie sich irgendeinen scharfen Gegenstand als Waffe. Wenn Sie etwas finden können, das den Vergewaltiger schwer treffen kann, dann nehmen Sie es! Kämpfen Sie um Ihr Leben!

Ihr Leben gegen das des Angreifers – geben Sie nicht auf! Es kann um Leben und Tod gehen. Denken Sie daran, wie viel Ihnen Ihr Leben wert ist. Mit dieser Kraft leisten Sie Widerstand. Totschlag in einer Notwehrsituation wird nicht strafrechtlich verfolgt. Es ist ein Akt der Selbstverteidigung.

Tun Sie einfach alles, was in Ihrer Macht liegt, um sich selbst oder Ihre Familie aus einer Gefahrensituation zu retten. Kämpfen Sie um Ihr Leben und um Ihre Liebe. Denken Sie daran, wie sehr Sie Ihr Leben und das Ihrer Familie schätzen. Lassen Sie nicht zu, dass ein anderer Mensch Ihnen dieses Glück zerstört!

Ein weiterer Tip, wie Sie einer Vergewaltigung entgehen können: Urinieren oder erbrechen Sie, um den Angreifer in die Flucht zu schlagen. Erzählen Sie ihm, Sie hätten Aids oder eine andere sexuell übertragbare Krankheit. Setzen Sie alle Mittel ein, um eine Vergewaltigung oder einen Missbrauch abzuwehren!

Schlusswort:

Die richtige Selbstverteidigung kann Leben retten. Mit Willen, Worten, Mut und einigen Tricks können sogar Ungeübte den Angreifer überraschen und sich somit befreien und fliehen. Mentale Stärke sowie Reaktionsschnelligkeit im Fall des Falles sind entscheidend, denn damit rechnen die wenigsten Angreifer. Und genau das ist Ihre Chance, falls Sie sich einmal selbst helfen müssen. Geben Sie diese Information auch an Freundinnen und Freunde weiter, denn Wissen macht stark!

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